Dienstag, 23. Juli 2013

Dear foreign students or people who are intrerested in history. If you want to have further informations to a theme, feel free to write an email to me
Wenn Posts nicht klappen, könnt ihr mir gerne eine NAchricht schicken die ich dann gerne beantworte.

If there is no possibility to write a post, feel free to write an email to me. I will answer it as soon as i can
Folgende Frage kam von meinem ehemaligen Geschichtslehrer die ich gerne beantworten werde:

Kommentar

Ich finde es prima, dass es diese Informationen über das Geschichtsstudium aus der Sicht eines Studierenden gibt.
1.Was mich interessieren würde, wäre, wie die entsprechenden Themenblöcke für den Historiker mit Staatsexamen (Lehramt) aussehen.
2. Thema Massenuni: Wie viele Teilnehmer haben Seminare und Vorlesungen? 
3. Spielen MOOCS eine Rolle? 
4. Zum Thema Zulassung zum Studium: Gibt es einen NC?
5. Braucht man das große Latinum?
6.Thema Berufschancen: Gibt es die wirklich? 
7. Was spricht für den Vollhistoriker? 
8. Was für das Lehramt in Geschichte? 
Als Geschichtslehrer an einem Gymnasium hätte ich z.B. Probleme, heutzutage das Geschichtsstudium auf Lehramt am Gymnasium zu empfehlen. Egal, ich wünsche diesem Blog viele Leser und viel Erfolg.

LG
Wolfgang Currlin
Antwort:
1. Mit folgendem Link kommt man auf die Themenblöcke die ein Lehramtstudent erfüllen muss. Ab Seite 5 findet ihr die Themenblöcke
 http://lehramt.phil.uni-mannheim.de/studienanfaenger/studienfuehrer_gympo_geschichte/studienfahrer_gympo_geschichte.pdf

Im Gegensatz zum Historiker Studium, müssen Lehramtstudenten nur einen Bruchteil der Kurse belegen die ein Historiker ableisten muss.

2. Seminare werde meist klein gehalten und haben eine Teilnehmer Zahl von 15 bis 20 Teilnehmern. Das ist aber nur der Durchschnitt. Je nach Dozent können es mehr oder weniger Teilnehmer sein. Vorlesungen sind sehr stark besucht und haben je nach Thema eine Teilnehmerzahl von 40 bis 60 Teilnehmern. Hierzu zählen auch Lehramstudenten, Historiker und Gasthörer.

3.  Massive Open Online Course (MOOC) spielen keine Rolle da im Online-Portal nur Texte und Präsentationen angeboten werden.

4. Einen NC gibt es für die Zulassung des Studiums meiner Erfahrung nicht. Lediglich bei der Wahl des Nebenfaches kann ein NC oder zumindest ein Ranking anfallen.

5. Je nach Uni werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. Die Uni Mannheim verlangt kein Latinum. Die Uni Heidelberg hingegen verlangt entweder das große Latinum oder Graecum.

6. Wie in jedem Geisteswissenschaftlichen Fach muss sich der Student klar werden das er in seinem eigentlichen Studiengang nicht arbeiten wird. Je nach eigenem Interesse und der Wahl des Nebenfaches, können unterschiedliche Berufe zugänglich sein. Mit Geschichte und Medien/Kommunikationswissenschaften als Beifach, hat der Student die Möglichkeit in Unternehmen im Personalbereich oder der Außenwerbung eines Unternehmens angestellt zu werden. Doch es gilt das man versucht sich frühzeitig um Kontakte zu bemühen und durch entsprechende Praktikas Erfahrung zu sammeln.

7. Als Vollhistoriker ist man in den Kontext des Schulwesens nicht eingebunden. Die Berufchancen sind weiter gefächert und somit bleibt der Absolvent mobiler in seiener Berufswahl. Viele Studenten lieben Geschichte würde aber nicht den Schulunterricht der freien Berufsentfaltung vorziehen.

8. Das Studium der Geschichte auf Lehramt bedeutet einen relativ sicheren Job in der Zukunft. Dabei ist zu beachten das die Wahl des Lehrortes stark von der Nachfrage des Bundeslandes abhängt. Frei nach dem Motto einmal Lehrer immer Lehrer, ist der Berufsbereich sehr eingeschränkt, was jedoch die Aussichten auf eine Festanstellung ausgleicht.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Der Gerechte Krieg und die Fetialenpriesterschaft

Der Gerechte Krieg und die Fetialenpriesterschaft


Krieg stellt seit jeher die letzte Art der menschlichen Konfliktlösung dar. Als Ultima Ratio können dabei viele Faktoren als Gründe für kriegerische Auseinandersetzungen dienen, sei es der Kampf um Ressourcen oder Moralische/Religiöse Streitigkeiten. Seit der Antike und auch bis in unsere Gegenwart stellt Religion, so scheint es, die Hauptquelle kriegerischer Auseinandersetzungen dar, wenngleich Religion meist als Mittel zum Zweck, als oberste Legitimation für eine Auseinandersetzung missbraucht wird. Wahre Religiöse Kriege, bei denen die Kontrahenten wirklich der Meinung sind mit Hilfe von Göttern oder für Götter in den Krieg zu ziehen, müssen mit einem gesonderten Blickwinkel untersucht werden. Hierbei muss die Verzahnung von Politik und Religion vollständig in einer Gesellschaft aufgehen und mit einer Gleichberechtigung gegenüber der Politik und Selbstverständlichkeit das gesellschaftliche Leben eines Volkes bestimmen. Religion stellt somit einen kulturellen Fixpunkt dar, an dem sich ein Volk orientieren und als Gemeinschaft definieren kann. Im Kontext mit Krieg wirkt Religion als moralischer Katalysator, welcher die jeweilige Kriegspartei gegen Vorwürfe immunisiert. Man Dient einer höheren Sache und wer kann den Willen der Götter in Frage stellen! Somit wird Gleichzeitig auch ein Feindbild geschaffen welches in einem Prozess der Dämonisierung das Gegenüber als Feind der Götter und somit auch als Feind des Staates und des Volkes darstellt. Die Folge dieser Dehumanisierung soll den Soldaten bei einer direkten kriegerischen Konfrontation mit dem Feind die Tötungshemmungen nehmen. Schlussendlich dient Religion der Stärkung der Moral der eignen Truppen. Ein bestimmter Gott kämpft an der Seite der Soldaten, wie sollen sie dann nicht Siegreich das Schlachtfeld verlassen!
Die Religiöse Einbindung in den Krieg, also die religiöse Konstruktion des Krieges, kann durch Rituale, Glaubenssätze und Rechtssätze als Normalisierungsfaktor des Unnormalen dienen. Das Volk dient einem höheren Zweck und muss somit die bevorstehenden Strapazen erdulden und sein bestmögliches tun um der Aufgabe der Götter gerecht zu werden. Um nun die Frage wann ein Krieg gerecht sei ( bellum iustum ) zu beantworten, entstand in Rom eine eigene Institution, die sogenannten " Fetialen ". Ihren Ursprung haben die " Fetialen " in der Problematik der Familienfehden in Rom. Als stattliches Organ mit eigenen Riten sollte dem ausufern der Fehden Einhalt geboten werden. Was zunächst der Kontrolle von Familienfehden diente, wurde seit der Mitte des dritten Jahrhunderts zu einem Kontrollorgan des Senats um weit entfernte Magistrat zu kontrollieren und bei gegebenen Verfehlungen so zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei wurde auf die selbstständige Vertragsschließung der Magistraten eingegangen. Wenn sie eigennützigen Verträge schlossen die zu Konflikten mit Bundesgenossen oder anderen Völkern führten, konnten die " Fetialen " durch Auslieferung des entsprechenden Vertragssünder Konflikte vom Staat abwenden. Mit der weiteren Entwicklung des römischen Staates veränderte sich ebenfalls der Aufgabenbereich der " Fetialen ". Ihre Mitglieder gehörten einem Priesterkollegium an, die den Gegner Roms die Chance auf Wiedergutmachung ( repetito rerum ) einräumte und falls diese ablehnten den Krieg erklären konnten. Sie traten somit als Völkerrechtsexperten für die Interessen Roms auf.
Im Falle eines " bellum iustum " zogen sich sakrale Riten durch die gesamte römische Kriegsführung und bildeten eine streng gegliederte Anleitung wie ein solcher Krieg zu führen war.
Nach der Kriegserklärung durch die Priester wurde vor dem Entsenden der Truppen ein Divinationsakt durchgeführt. Bei den Auszugsauspizien wurde daher genau untersucht ob Iuppiter seine Zustimmung für einen entsprechenden Feldzug dem Senat erteilte. Es konnte ebenfalls ein Rückruf des Generals von seinem Feldzug erteilt werden, um erneut Auspizien ( auspicia repetere ) durchzuführen. Für eine vollständige Legitimation des Feldzuges legte der Feldherr auf dem Kapitol des Iuppiter mehre Gelübde ab, die dieser nach einem erfolgreichen Feldzug einlösen wollte ( vota nuncupare ). Mit dem Auszug des Heeres aus Rom tauschte der Feldheer seine Toga gegen einen Kriegsmantel ( paludamentum ) und die " porta Ianualis " wurde geöffnet. Diese Pforte, ein Tor welches dem Forum am nächsten war, diente als Orientierungspunkt für alle Römer ob Rom gegenwärtig im Krieg war. In Zeiten des Friedens blieb sie geschlossen.
Die Reinigung des Heeres durch eine sogenannte " lustratio exercitus " erfolgte nach dem Eintreffen des Feldherren. Bei diesem Ritus wurden Opfertiere um das gesamte Heer geführt und anschließen geopfert. Im Anschluss legte das Heer ein " sacramentum ", einen Eid auf den Feldherren ab, indem ein Text vorgelesen wurde den jeder Soldat mit den Worten " idem in me " ( lat.: Das Gilt auch für mich ) antwortete. Am Tage der Schlacht wurde ein " tripudium " durchgeführt, bei dem das Fressverhalten von mitgeführten Hühnern beobachtet wurde. Fraßen die Hühner gierig war dies ein positives Zeichen für den Verlauf des Kampfes. Auch während eines Kampfes konnte der Feldherr durch laute Gebete und Gelübde die Moral der Truppen zusätzlich stärken. Selbst in absoluten Notsituation konnte der Feldherr versuchen durch eine " Devotio der Decier " den Ausgang der Schlacht zu verändern. Dabei verfluchte der Feldherr die Feinde Roms in Form eines Gelübdes und unterstrich diese sakrale Handlung mit seiner Selbstopferung. Historisch ist nur ein Fall einer solchen Handlung bekannt und darf daher nicht als Teil des sakralen Aufbau eines Krieges angesehen werden. Ein weiteres Gelübde beinhaltet das Versprechen an die gegnerischen Götter ( Evokation ) , dass wenn diese sich von den Feinden Roms abwenden, ihnen im Gegenzug in Rom Tempel und eigene Kulte versprochen wurden.
Nach der Schlacht mussten die Toten entsprechend bestattet werden ( iusta solvere ). Rom selber sah diese Aufgabe als Privatangelegenheit an, es gab daher keine Staatsbegräbnisse oder Denkmäler für die Gefallen. Vielmehr setzte sich seit dem zweiten Jahrhundert das Aufrichten von Trophäen durch. Hierbei wurde eine Art Vogelscheuche, bestehend aus den Rüstungsteilen der Feinde, auf dem Schlachtfeld aufgestellt. Rüstungen die im Zweikampf erbeutet wurden unterlagen einer gesonderten Behandlung. Vor allem Rüstungen von feindlichen Anführern wurden in Tempel überführt oder daheim als Trophäe aufgehängt. Das siegreiche Ende eines Krieges wurde durch eine Ansprache des Feldherren an seine Truppen, sowie dem Verleihen von Auszeichnungen und Belobigungen beendet. Als größte Ehre konnte der Feldherr von seinen Truppen zum " Imperator " ausgerufen werden, was in der späten römischen Republik indirekt die Kaiser Nachfolge regelte.



Bibliographie:

  • Rüpke, Jörg; Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, Stuttgart 1990.
  • Mommsen, Theodor/ Joachim Marquart; Römisches Staatsrecht, in: Handbuch der römischen Alterthümer, Bd. 1, Leipzig 1878.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Ich empfehle die Seite meines alten Geschichtslehrers auf der einige interessante Artikel zu finden sind. Für genauere Informationen kann man den Link, links neben diesen Post anklicken.

Samstag, 6. Juli 2013

Roms Fähigkeit der Integration, als Weg zur Weltmacht. Analyse des Terminus anhand von Religion, Bundesgenossensystem und Domi militiae

Einleitung

Die Fähigkeit sich neuen Ideen und Einflüssen zu öffnen und diese sogar zu verbessern, stellt den Primus der Weiterentwicklung eines Systems dar. Diese Integration in ein bestehendes System ist notwendig und überlebenswichtig. So muss auf neue Einflüsse reagiert werden und eine entsprechende Anpassung stattfinden. Dieser Wille zur Weiterentwicklung ist nicht nur auf das biologische System eines Lebewesens beschränkt, sondern findet ebenfalls in der Substanz eines Staates statt. Wie ein Lebewesen auf neue Umwelteinflüsse reagieren muss, sei es Kälte oder Dürre, so muss auch ein Staat sich neuen Einflüssen, sei es kulturell, militärisch oder politisch stellen und darauf reagieren. Nicht das verschließen vor solchen Schwierigkeiten hält einen Staat stark und vital, sondern der offene Umgang mit neuen Problemen. Neue politische Feinde müssen verstanden, militärische Neuerungen analysiert und kulturelle Einflüsse integriert werden. So stellt sich Rom in der frühen Republik als außerordentlich anpassungsfähig dar und überzeugt gerade in den Anfangsphasen - man denke an den ersten punischen Krieg: durch Ideenreichtum und einem außerordentliches Durchhaltevermögen. Ist diese Integrationsfähigkeit eines Staates nun eine notwendige Voraussetzung um den Status einer Weltmacht zu erhalten und zu behalten, oder wird der offene Umgang mit Problemen überschätzt? Was sind die Vorteile und Nachteile eines integrativen Systems? Dieser Blog soll daher den Begriff der Integrationsfähigkeit Roms untersuchen und anhand von Religion, sowie teilen des Bundesgenossensystems und dem Begriff Domi Militiae, versuchen zu bestätigen. Weshalb gerade diese drei Faktoren als Untersuchungspunkte dienen sollen, zeigt sich erst in der genaueren Betrachtung des Aufbaus Roms. Auf den ersten Blick scheinen die genannten Punkte zwar eine Koexistenz aufzuweisen, doch gerade der Staat Rom schaffte es sie nicht nur koexistieren zu lassen, sondern sie sogar als symbiotische Beziehung zueinander zu stellen. Alle drei Aspekte vereinigten sich in einer Wechselwirkung zueinander, das eine Nennung des einen Faktors ohne das Vergleichen mit dem anderen zu keinem vollständigen Verständnis führen würde. Dieser Blog soll ebenfalls dazu dienen, die Besonderheit Roms hervorzuheben, indem sie eine Fragestellung versucht zu beantworten, die nach den vorhandenen Kenntnissen so in der Forschung noch keine Beachtung gefunden hat. Ebenfalls besteht die Hoffnung darin, mit der Forschungsfrage neue Ideen und Inspirationen für Historiker zu schaffen und eine neue Herangehensweise an das Thema Rom zu schaffen. Die Konkreten Fragen sind somit, wie das offene religiöse System, Rom zu einer Weltmachtstellung verhalf und warum gerade das Bundesgenossensystem und das Konstrukt hinter dem Begriff Domi Militiae dies förderte.

Religion

Der Austausch Roms mit benachbarten Völkern führte vor allem in seiner Anfangsphase sehr früh zur Entstehung einer römische Religion. Viele der römischen Götter haben daher ihren Ursprung unter anderem im Etruskischen, Vulkanus, im sabinischen, Vesta oder im lateinischen, Juno. Die Interaktion zwischen Göttern und den Menschen geschah durch numen, wobei meist Naturereignisse als Beweis göttlichen Wirkens dienten. Ab dem 6 JH. begannen die Römer ihre Götter mit den griechischen zu vergleichen und gleich zusetzen. Eine mögliche Erklärung hierfür mag möglicherweise die Armut an Mythen der römischen Religion sein und die wachsenden Bedürfnisse der einfachen Bürger. So ist als Beispiel der Vergleich zwischen dem griechischen Gott Zeus und dem römischen Gott Jupiter zu betrachten. Beide Geschichten handeln dabei von deren Vätern, die Angst hatten von ihren Kindern gestürzt zu werden. Ebenfalls interessant ist das Auftauchen des Meeresgottes Neptun in der römischen Religion, der erst mit zunehmender Schifffahrt auftauchte. Gerade hier kann man möglicherweise anknüpfen und sagen, dass Rom in Krisenzeiten sich neuen Göttern zuwendete, um innere Spannungen durch eine mögliche göttliche Unterstützung zu minimieren. Ganz nach dem Motto : " Rom ist es wert, daß dorthin sämtliche Gottheiten gehen. "1
Rüpke2 stellt den römischen Götterkult als Kommunikationsmarkt dar, bei dem jeder Gott als Symbol für unterschiedlichen Kommunikationszwecke diente. Neue Götter versprachen neue Möglichkeiten und Wege Bitten und Wünsche vorzubringen. Ich persönlich sehe diese Vereinfachung des römischen Götterkultes als problematisch an. Es mag stimmen, dass der römische Bürger im Laufe der Zeit neue Götter benötigte, um für neue Probleme einen Patronus zu haben, aber die Integration fremder Götter in das bestehende System nur als Weg zur Befriedigung der Bedürfnisse von Römern zu sehen ist meiner Ansicht nach nur eine Seite dieser Praxis. Man muss sicher eher fragen in welchen Zeiten und unter welchen Umständen neue Götter nach Rom gelangten. Eine Theorie mag sein, dass Verbündete durch die Übernahme einer Gottheit an das Reich fester gebunden werden konnten.
Ein konkretes Beispiel für die Theorie der Anbindung von Verbündeten zum römischen Reich mag die Überführung der Magner Marta nach Rom sein. Rom befand sich zu jener Zeit im zweiten punischen Krieg ( 218 - 201 v. Chr. ) gegen Karthago. Der Konflikt gegen Karthago sollte noch vier weitere Jahre bestehen, als 205 v. Chr. die sybillinischen Bücher befragt wurden. Um Karthago aus Italien zu vertreiben, musste die Mutter vom Ida aus Pessenius nach Rom gebracht werden.3 204 v. Chr. gelangte schließlich die Magna Mater nach Rom. Die Frage die sich stellt ist, wieso Rom in der Endphase des Krieges das Bedürfnis hatte, eine fremde Gottheit nach Rom zu überführen. Hierfür muss beachten werden, dass im Osten der erste makedonische Krieg mit dem eigenständigen Frieden4 (205 v. Chr.) zwischen Roms Verbündeten Ätolien und Philip V. Herrscher von Makedonien, einem Verbündeten Hannibals, in eine kritische Phase geriet. Der Stellvertreterkrieg im Osten lies im hellenischen Raum ein negatives Bild von Rom entstehen, musste Rom doch seine gesamten Kräfte auf den Krieg gegen Hannibal konzentrieren. Die Ankunft der Magner Marta kann somit als Versuch verstanden werden, den angeschlagenen Ruf im Osten zu verbessern und bestehende Bündnisse zu vertiefen, da der Rückzug Roms vom Kriegsschauplatz im Osten durch die sybillinischen Bücher gerechtfertigt werden konnte. Somit ist der integrative Charakter der römischen Religion in diesem Fall eine wichtige Voraussetzung für Rom gewesen, einen solch ernsten Krieg unter Kontrolle zu behalten.
Durch die Integration der Religion in das politische System Roms entstanden neue Möglichkeiten politische Entscheidungen zu rechtfertigen. Der Dienst als Quästor oder Ädil war nicht nur ein Weg die Ehre der eigenen Familie zu mehren, sondern neben dem Dienst für den Staat auch ein Dienst an den Göttern. Wichtige politische Entscheidungen konnten durch Zeichen ( Prodigia ) der Götter beschlossen, oder abgelehnt werden. Dabei ließ der römische Staat die Interpretation solcher Zeichen nicht einem einzelnen Individuum übrig, sondern es wurde eine eigene Institution mit dieser Aufgabe betraut. Auguren, Decimviri und Haruspices befragten unter anderem die sybillinischen Bücher, um die gesehenen Zeichen richtig zu interpretieren. Das dieser Vorgang keinesfalls zufällig verlief und einer gewissen politischen Manipulation unterworfen war, steht außer Frage. So konnten politische Gegner aus dem Weg geräumt-, oder politische Entscheidung über Krieg und Frieden gesteuert werden. Wie sollte dem Willen der Götter widersprochen werden, wenn hierfür berufene Priester den Willen der Götter entsprechend wiedergaben. Vor allem in Zeiten des Krieges konnte die römische Religion als politisches Instrument verwendet werden, um Ängste und innere Unruhen zu kontrollieren, oder Niederlagen eines Heeres so auszulegen, da der Wille der Götter missachtet wurde.
Cicero berichtet in diesem Zusammenhang von P. Claudius, der während des ersten punischen Krieges sich über die Götter lustig machte, indem er die Hühner, die nicht Fressen wollten, in das Meer warf unter der Aussage: " man möge sie in das Meer werfen damit sie trinken sollten wenn sie schon nicht fressen wollten. "5 Als folge dieses Frevels sieht Cicero den Untergang dessen Flotte als Strafe der Götter. Neben diesem Beispiel führt Cicero noch zwei weitere Vorfälle auf, in denen das Missachten der Vogelschau zu großen Tragödien geführt hat. Die Erkenntnis, die sich aus dem Bericht Ciceros ziehen lässt ist, dass politische Fehlentscheidungen nicht dem Senat oder einem Heer zugerechnet wurden, sondern einzelnen Männern, welche die römischen Rituale missachteten und somit als alleinige Schuldhaber zur Rechenschaft gezogen wurden. Diese scheinbar einfache Begebenheit besitzt jedoch einen starken politischen Hintergrund: so wurde selbst bei korrekter Durchführung von auspicien, die trotzdem zu einer Niederlage führten, ein Fehler im Ablauf gesucht, der nur einem Mann zugeschrieben werden konnte. Die psychologische Folge dieser Methode beruht auf der einfachen Tatsache, dass unter keinen Umständen der Verdacht des Versagens auf den römischen Staat oder den Senat zurückfallen konnte. Es wurde somit eine Blase der permanenten Kompetenz um Senat und Staat gezogen, die dazu führte, dass innere Unruhen sich auf Sühnerituale und den einzelnen Verursacher konzentrierten. Die Folge der Integration von Religion in die Politik zeigt also das politische Entscheidungen leichter gerechtfertigt werden konnten und somit der politische Apparat leichter und schneller arbeiten konnte. Zwar bedeutet die Manipulation der Politik durch die Religion eine Perversierung des Systems an sich, jedoch ist die Feststellung wie oft und wie sehr diese Manipulation genutzt wurde schwierig zu belegen. Cicero, selbst Augur gewesen, strich die Bedeutung seiner Priesterschaft durchaus heraus und fand vielfache Bestätigung konkreter und belegbarer Ereignisse durch Auspicien.6

Bundesgenossensystem

Antike Beobachter und heutige Forscher sehen in der römischen Armee den Grund für Roms Weltherrschaft, da kein vergleichbares Heer in der Antike, oder im Mittelalter, eine gleiche Mischung aus Kampfkraft, Größe, Disziplin und Organisation besaß. Zwei Faktoren nach Horsmann waren vor allem ausschlaggebend für die Qualität des römischen Heeres. Die disciplina militaris Romana7 setzt sich aus dem Faktor der Ausbildung und Übung sowie dem Faktor der Zucht und des Gehorsams zusammen. Nun soll aber nicht die Ausbildung des römischen Heeres behandelt werden (so ist hierfür die Quellenlage ohnehin äußerst schwierig), sondern der Integrationsfaktor der Bundesgenossen in das römische System untersucht werden. Es ist durchaus richtig, dass Roms ausgesprochen gut ausgearbeitetes Bundesgenossensystem und deren Integration in das römische Heer Rom verhalf den Status einer Weltmacht zu erlangen. Das der ursprüngliche Aufbau des Bundesgenossensystems keinesfalls friedlich verlief, zeigt die territoriale Eingliederung der Gebiete von Veii, Crustumerium und Fidnea in den Jahren 426 - 396 v. Chr..8 Wer sich nicht unterwarf, musste mit Vernichtung, Versklavung, oder Vertreibung rechnen. Das so eroberte Land wurde zu Teilen mit Römern und zu Teilen mit den ursprünglichen Einwohnern besiedelt. Zwar setzte Rom diese Praktik später nur noch gegen abtrünnige latinische Kolonien ein, jedoch zeigt dieses Verhalten, dass Rom durchaus gewillt war mit Feuer und Schwert seine Interessen auch an Verbündeten durchzusetzen. Man muss beachten, dass die integrative Herrschaft Roms nur dann stattfinden konnte, wenn eine Chance bestand, dass die zu integrierende Führungsschicht auch gewillt war zu kooperieren. Somit erklärt sich auch das harte durchgreifen Roms während seiner Anfangsphasen, da der Status als dominante Macht im italienischen Raum noch nicht gefestigt war. Die anfänglich dominante und direkte Herrschaft auf unterworfene Gebiete änderte sich nach dem Latinerkrieg in den Jahren 340 - 338 v. Chr. und ging über in eine Herrschaftsgestaltung, die nur gewisse Teile der Eigenstaatlichkeit beeinflussten und den Charakter einer integrativen Herrschaftsform annahmen. Die Frage welche Städte unter direkter Herrschaft Roms fielen und welche nicht, ist nicht einfach zu beantworten. Hantos9 hält das geographische Kriterium für die Eingliederung von Staaten in das römische Herrschaftsgebiet für fragwürdig, da manche Gebiete die gleich nah an Rom lagen nicht integriert-, andere jedoch integriert wurden. Ein mögliche Erklärung hierfür mag sein, dass Rom gefestigte Personenverbände nicht aufbrechen wollte, da Rom auf die Unterstützung der dortigen Führungsschicht angewiesen war. So bleibt die Vermutung, dass Rom anhand der Größe von Personenverbände entschied, ob ein Gebiet integriert wurde, oder ihre " Eigenständig " behielt. Somit setzt sich aus der Größe und der stärke eines Personenverbandes die Integrierbarkeit eines Gebietes zusammen. Trat ein Gebiet in die direkte Herrschaft Roms über, erfuhr die dort angesiedelte Führungsschicht eine Eingliederung in das Clientelgefüge Roms. In der Zeit der Republik wurde somit aus einer ehemals latinischen Führungsschicht eine plebejische Führungsschicht. Somit lies Rom nicht nur zu, dass das alte Gefüge intakt blieb, sondern schaffte durch die Integration eines ganzen Volkes auch einen starken kulturellen und technischen Austausch. Zu erwähnen ist hier ebenfalls, dass integrierte Gebiete ihre Gottheiten an ihren Kultorten behalten durften und keiner Überführung nach Rom anheim fielen. Somit blieb ebenfalls ein gewisser Teil ihrer Kultur, zu deren Teil ich ebenfalls Religion zähle, erhalten. Und doch ist auch hier der Rückschluss falsch, Rom als offenen Staat zu sehen, der den Gebieten freie Hand ließ. Für die sakralen Repräsentations- und Koordinationsaufgaben in den integrierten Gebieten wurde im Jahr 338 v. Chr. ein Dictator eingesetzt. Die Rechtssprechung ging auf einen Praetor über und es wurden ein oder zwei Ädilen in den jeweiligen Staaten eingesetzt.10 Dieser Prozess der Integration verlief sich im 2 JH. v. Chr., da teilintegrierte Staaten den zunehmenden Verlust an Sozialprestige, den eine volle Integration mit sich brachte, und die schwindende Autorität von römischen Amtsträgern sahen und so der Wunsch nach einer vollen Integration und einer Aufgabe der Eigenständigkeit ebenfalls schwand. Es ist daher zu vermuten, dass Rom daher dazu überging durch enge Vertragsschlüsse eine indirekte Romanisierung in den Vertragsstaaten zu erreichen. In den folgenden Jahrhunderten gab es noch eine Reihung von weiteren Umwälzungen der teilintegrativen Herrschaftsform Roms, jedoch soll im Kontext der Fragestellung die teilintegrative Herrschaftsform zu Zeiten des zweiten punischen Krieges untersucht werden, da gerade der zweite punische Krieg einen guten Eindruck vermittelt, wie sehr Rom auf die Unterstützung seiner Bundesgenossen angewiesen war. Der Krieg im Jahre 215 v. Chr. nahm eine neue Wendung als König Philipp V. von Makedonien einen Vertrag mit Hannibal abschloss, in dem beide ihr Vorgehen gegen Rom zu koordinieren beabsichtigten. Mit Hannibal in Italien musste Rom seine gesamten Kräfte auf den Krieg gegen ihn richten und war daher auf die Unterstützung seiner Bundesgenossen angewiesen. Nach Hantos11 war Rom zu jenem Zeitpunkt zu einer Politik der teilintegrativen indirekten Herrschaft übergegangen, indem vor allem Defensivbündnisse mit anderen Staaten getroffen wurden. Hantos chronologische Einordnung der Übergänge zu den einzelnen Herrschaftsformen sehe ich kritisch an, da Rom unterschiedliche Verträge und Herrschaftsformen zeitlich unabhängig und je nach Vertragspartner abschloss. Trotzdem zeigt er deutlich auf, dass Rom auf die Unterstützung seiner Bundesgenossen angewiesen war. Doch Rom musste vorsichtig mit seinen Bundesgenossen umgehen. So musste ihnen ein gewisses Maß an Autonomie gelassen werden und in Zeiten des Krieges musste man sich sicher sein, dass sie zu Rom stehen würden. Cassius Dio berichtet folgendermaßen über die Vorgänge während dem Pyrrhischen Krieg ( 280 - 275 v. Chr. ):
" So machten sich die Römer daran, Soldaten auszuheben, Geldmittel beizuholen, und Besatzungen über die Verbündeten Städte zu verteilen, damit diese nicht ebenfalls abfielen... "12
Inwieweit Rom den zweiten punische Krieg ohne die Rückendeckung seiner Bundesgenossen im Osten gewonnen hätte, bleibt fraglich. Somit ist die Integration von Bundesgenossen in die politischen Pläne und dem Militär Roms als eine außerordentlich wichtige Errungenschaft anzusehen, die sicherlich einen großen Teil zum Erhalt einer Weltmachtstellung beitrug.

Domi Militiae

Um nun die Frage zu beantworten, inwieweit die Integrationsfähigkeit Rom zur Stellung als Weltmacht verholfen hat, stellt sich der Begriff des " Domi Militiae " als gute Ergänzung zu den bereits behandelten Themengebieten der Religion und des Bundesgenossensystems dar. Es soll daher in diesem Kapitel gezeigt werden, wie die Integration des religiösen- in den militärischen Bereich funktionierte und wie er Rom möglicherweise half den Status einer Weltmacht zu erringen und zu erhalten. Religion stellt einen kulturellen Fixpunkt dar, an dem sich ein Volk orientieren und als Gemeinschaft definieren kann. Im Kontext mit Krieg wirkt Religion als moralischer Katalysator, welcher die jeweilige Kriegspartei gegen Vorwürfe immunisiert. Somit wird Gleichzeitig auch ein Feindbild geschaffen, welches in einem Prozess der Dämonisierung das Gegenüber als Feind der Götter und somit auch als Feind des Staates und des Volkes darstellt. Die Folge dieser Dehumanisierung soll den Soldaten bei einer direkten kriegerischen Konfrontation mit dem Feind die Tötungshemmungen nehmen. Schlussendlich dient Religion der Stärkung der Moral der eignen Truppen. Die Religiöse Einbindung in den Krieg, also die religiöse Konstruktion des Krieges, kann durch Rituale, Glaubenssätze und Rechtssätze als Normalisierungsfaktor des Unnormalen dienen. Das Volk dient einem höheren Zweck und muss somit die bevorstehenden Strapazen erdulden und sein bestmögliches tun, um der Aufgabe der Götter gerecht zu werden. Um nun die Frage wann ein Krieg gerecht sei ( bellum iustum ) zu beantworten, entstand in Rom eine eigene Institution, die sogenannten " Fetialen "13. Ihren Ursprung haben die " Fetialen " in der Problematik der Familienfehden in Rom. Als stattliches Organ mit eigenen Riten sollte dem ausufern der Fehden Einhalt geboten werden. Was zunächst der Kontrolle von Familienfehden diente, wurde seit der Mitte des dritten Jahrhunderts zu einem Kontrollorgan des Senats, um weit entfernte Magistrate zu kontrollieren und bei gegebenen Verfehlungen so zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei wurde auf die selbstständige Vertragsschließung der Magistraten eingegangen. Wenn sie eigennützigen Verträge schlossen, die zu Konflikten mit Bundesgenossen oder anderen Völkern führten, konnten die " Fetialen " durch Auslieferung des entsprechenden Vertragssünders Konflikte vom Staat abwenden. Mit der weiteren Entwicklung des römischen Staates veränderte sich ebenfalls der Aufgabenbereich der " Fetialen ". Ihre Mitglieder gehörten einem Priesterkollegium an, die den Gegner Roms die Chance auf Wiedergutmachung ( rerum repetito )14 einräumte und falls diese ablehnten, den Krieg erklären konnten. Sie traten somit als Völkerrechtsexperten für die Interessen Roms auf. Im Falle eines " bellum iustum " zogen sich sakrale Riten durch die gesamte römische Kriegsführung und bildeten eine streng gegliederte Anleitung wie ein solcher Krieg zu führen war. Nach der Kriegserklärung durch die Priester wurde vor dem Entsenden der Truppen ein Divinationsakt durchgeführt. Bei den Auszugsauspizien wurde daher genau untersucht, ob Iuppiter seine Zustimmung für einen entsprechenden Feldzug dem Senat erteilte. Es konnte ebenfalls ein Rückruf des Generals von seinem Feldzug erteilt werden, um erneut Auspizien ( auspicia repetere ) durchzuführen. Hier findet sich erneut der politische Instrumentalisierungsfaktor von Religion. Ob der Gegenwärtige Zeitpunkt einer Schlacht gekommen war oder nicht, konnte durch Manipulation der Auspicien durch den Feldherr gesteuert werden. Für eine vollständige Legitimation des Feldzuges legte der Feldherr auf dem Kapitol des Iuppiter mehre Gelübde ab, die dieser nach einem erfolgreichen Feldzug einlösen wollte ( vota nuncupare ). Mit dem Auszug des Heeres aus Rom wurde die " porta Ianualis " geöffnet. Diese Pforte, ein Tor welches dem Forum am nächsten war, diente als Orientierungspunkt für alle Römer ob Rom gegenwärtig im Krieg war. In Zeiten des Friedens blieb sie geschlossen. Die Reinigung des Heeres durch eine sogenannte " lustratio exercitus " erfolgte nach dem Eintreffen des Feldherren. Bei diesem Ritus wurden Opfertiere um das gesamte Heer geführt und anschließen geopfert. Im Anschluss legte das Heer ein " sacramentum ", einen Eid auf den Feldherren, ab, indem ein Text vorgelesen wurde, den jeder Soldat mit den Worten " idem in me " ( lat.: Das Gilt auch für mich ) antwortete. Ein Schwur auf den Feldherren kann hierbei als außerordentlich wichtiger Akt angesehen werden. Nicht nur römische Vollbürger mussten ihm die Treue schwören, sondern auch die Soldaten die von Bundesgenossen gestellt wurden. Somit wurde eine Eingliederung fremder Truppen in das römische Heer geschaffen, welche dazu führte das selbst Nicht-Römer sich als Teil eines ganzen verstanden. Es wurde, wenn man so will, eine Romanisierung im Heer geschaffen. Wie vermischte sich aber nun das private oder zivile ( domi ) mit dem militärischen ( militiae )? Konnte überhaupt eine Integration des privaten Sektors in den militärischen funktionieren? Um diese Frage zu beantworten muss erst einmal verstanden werden, was es bedeutete, ein männlicher römischer Bürger zu sein. Rüpke sieht in der klassischen Konzeption der Republik das jeder Bürger ein potentieller Soldat ist.15 Im Alter von 17 wurden römische Bürger zum Dienst herangezogen und nur in Zeiten äußerster Not auf Sklaven und verurteilte Verbrecher zurückgegriffen. Daher war der Dienst im Heer Privileg und Pflicht zugleich. Somit ist zu erkennen, dass ein römischer Bürger früher oder später in einer Legion dienen musste und im Falle eines Krieges die Grenzen zwischen domi und militiae sich zu vermischen begannen. Nicht nur das Heer befand sich im Krieg, sondern ebenfalls ganz Rom. Das sich jeder römische Bürger, selbst wenn er nicht eingezogen wurde, im Krieg befand, konnte anhand der " porta Ianualis "abgelesen werden. Nach den Erfahrung des ersten und zweiten punischen Krieges wurden Notmaßnahmen notwendig, welche die domi-militiae Trennung aufhoben. Daher fand unter dem dicatator16 eben jene Vermischung beider Bereiche statt, indem das imperium, zu dem auch die Stadt gehörte, in einen militärischen Zustand versetzt wurde. Dieser Zustand konnte nur durch jüngere Institutionen des senatus consultum ultium17, das unter Aufhebung des Provokationsrechts dem Konsul eine abgeschwächte Form von diktatorischen Mächten einräumte und dem iustum18, bei dem alle magistratische und private Geschäftstätigkeiten aufgehoben wurden, erreicht werden. Somit wurde die Stadt in einen Ausnahmezustand gesetzt, was durch den Tausch der Toga gegen den Kriegsmantel, jedem römischen Bürger deutlich vor Augen geführt wurde. Durch diese Riten begann der Krieg nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern es wurde eine Heimatfront geschaffen, die jedem römischen Bürger klar machte, dass die folgenden Ereignisse nicht nur den Staat, sondern jeden einzelnen seiner Bürger betraf. Diese Sensibilität gegenüber auswärtigen Ereignissen markiert eben jenen Wendepunkt des zivilen Bereiches und sollte alle römischen Bürgern in einen Zustand der Aufopferung bringen. Der Ausgang des Krieges lag somit nicht mehr ausschließlich im militiae Bereich, sondern ging über in das domi, was jeden Bürger dazu brachte, mit aller Kraft für einen positiven Ausgang des Krieges für Rom mitzuwirken. Somit erlaubte die totale Mobilmachung aller Kräfte des Staates Rom daher auch verlustreiche Kriege zu überstehen.

Abschließende Diskussion über Roms Fähigkeit der Integration, als Weg zur Weltmacht.

Ein abschließendes Fazit über die Integrationsfähigkeit Roms als Weg zur Weltmacht zu ziehen gestaltet sich keinesfalls als einfach. Durch die Analyse der Bereiche Religion, Bundesgenossensystem und Domi militiae konnte diese Hausarbeit nur einen kleinen Teil der Punkte abdecken, die für eine vollkommene Bestätigung des Terminus erforderlich wären. Nichtsdestotrotz zeigt sich gerade in den genannten Bereichen die stärke Roms deutlich. Religion und ihre Einbindung in die Politik sowie ihre Fähigkeit der Anbindung von Verbündeten markiert einen wichtigen Schritt für Rom seine Dominanz in Italien aufzubauen. Roms jahrhundertelange Suche nach seinem kulturellem Ursprung, ließ das religiöse System offen und adaptionsfähig werden. Politische Ereignisse konnten durch einen sakralen Kontext leichter und besser bewältigt werden und innere Unruhen, durch die Verschiebung der Schuld bei Fehlern im Krieg oder der Innen- bzw. Außenpolitik auf einzelne Personen, überwunden werden. Ein sehr wichtiger Punkt für Roms Weltherrschaft war sicherlich ihr sehr gut ausgearbeitetes Bundesgenossensystem, dass erlaubte, Kräfte in Kriegszuständen zu schonen und kriegswichtige Güter wie Soldaten und Geldmittel schnell zu akquirieren. Das die komplette Entwicklung des Bundesgenossensystems in dieser Hausarbeit nicht in seinem vollen Umfang analysiert werden konnte, liegt an der Stoffmenge die alleine ausreichen würde, eine eigene Hausarbeit diesem Thema zu widmen. Die Trennung Roms, zwischen dem zivilen und dem militärischen Bereich, sowie dessen Vermischung in Kriegszeiten kann ebenfalls als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weltmacht angesehen werden. So konnte Rom in Krisenzeiten den ganzen Staat in einen Ausnahmezustand versetzen, in dem alle römischen Bürger in einen Zustand versetzt wurden, der ihm erlaubte, auf alle verfügbaren Ressourcen zurückzugreifen und innere Unruhen nach außen umzuleiten. Somit war der Forschungsansatz, den ich in dieser Hausarbeit versucht habe zu setzen ein Versuch, eine neue Perspektive auf Rom und den Faktoren die möglicherweise halfen den Status einer Weltmacht zu erhalten, zu lenken.

Quellenverzeichnis:

  1. Ovid, Fasti, lateinisch - deutsch. übersetzt und herausgegeben von Niklas Holzberg, Darmstadt 1995.
  2. Livius, Römische Geschichte, Buch 27 - 30, lateinisch - deutsch. Herausgegeben von Hans Jürgen Hille, Darmstadt 1987.
  3. Livius, Römische Geschichte. Buch 1 - 3, lateinisch - deutsch. Herausgegeben von Hans Jürgen Hille, Darmstadt 1987.
  4. Cicero, Vom Rechten Handeln. lateinisch - deutsch. herausgegeben und übersetzt von Karl Büchner, Zürich 1953.
  5. Polybios, Geschichte, Gesamtausgabe in zwei Bänden, Bd. 1, eingeleitet und übertragen von Hans Drexler, Zürich 1961.
  6. Dio, Römische Geschichte, Band 1, Fragmente der Bücher 1 - 35, übersetzt von Otto Veh, Darmstadt 2007.

Literaturverzeichnis:
  1. Heuss, Alfred, Römische Geschichte, Braunschweig 1971.
  2. Heuss, Alfred, Der erste punische Krieg und das Problem des römischen Imperialismus ( Zur politischen Beurteilung des Krieges ), in. HZ, Bd. 169 H. 3 ( 1949 ).
  3. Rüpke, Jörg; Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, Stuttgart 1990.
  4. Gehrke, Hans-Joachim, Die Römer im ersten punischen Krieg, in: Spielvogel, Jörg ( Hg. ), Res Publica Reperta; Zur Verfassung und Gesellschaft der römischen Republik und des frühen Prinzipat, Stuttgart 2002.
  5. Mommsen, Theodor/ Joachim Marquart, Römisches Staatsrecht, in: Handbuch der römischen Alterthümer, Bd. 1, Leipzig 1878.
  6. Delbrück, Hans, Geschichte der Kriegskunst, Das Altertum, Von den Perserkriegen bis Caesar, Hamburg 2008.
  7. Hantos, Theodora, Das römische Bundesgenossensystem in Italien, München 1983.


1 Ovid, Fasti, lateinisch - deutsch. übersetzt und herausgegeben von Niklas Holzberg, 4.270.
2Rüpke, Jörg, Die Antiken Menschen und ihre Götter, in: Wirbelauer, Eckhard ( Hrsg. ), Antike, München 2004, S. 48.
3Livius, Römische Geschichte, Buch 27 - 30, lateinisch - deutsch, Herausgegeben von Hans Jürgen Hille, Darmstadt 1987, S. 371.
4Livius, Römische Geschichte, Buch 27 - 30, S. 375.
5 Cicero, Vom Wesen der Götter. lateinisch - deutsch. herausgegeben und übersetzt von Olof Gigon und Laila Straume-Zimmermann, Zürich 1953, S. 103.
6 Rüpke, Jörg, Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, Stuttgart 1990, S. 30.
7Horsmann, Gerhard, Untersuchung zur militärischen Ausbildung im republikanischen und kaiserlichen Rom, in: Militärgeschichtlichen Forschungsamt ( Hrg ), Wehrwissenschaftliche Forschungen, Bodt 1991, S. 2.
8Hantos, Theodora, Das römische Bundesgenossensystem in Italien, München 1983, S.11.
9Hantos, Theodora, Das römische Bundesgenossensystem in Italien, München 1983, S. 57.
10Hantos, Das römische Bundesgenossensystem in Italien, S. 71.
11Hantos, Das römische Bundesgenossensystem in Italien, S. 150.
12Dio, Römische Geschichte, Band 1, Fragmente der Bücher 1 - 35, übersetzt von Otto Veh, Darmstadt 2007, S. 207.
13 Rüpke, Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, S. 98.
14 Rüpke, Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, S. 98.
15 Rüpke, Domi militiae : die religiöse Konstruktion des Krieges in Rom, S. 58.
16Ebd., S. 55.
17Ebd., S. 55.
18Ebd., S.55.

Freitag, 5. Juli 2013

Morgiges Thema

Das morgige Thema handelt von dem Bundesgenossensystem Roms, seiner Religion und dem Faktor des Domi Militiae, also dem " Heiligen Krieg " in Rom. Wie diese Themen ineinander passen wird sicherlich für euch spannend und neu sein.

Das Studium eines Historikers

Da ich nun schon einige Zeit studiere, dachte ich es wäre für euch interessant zu erfahren wie ein Geschichtsstudium aussieht und welche Themenblöcke man als angehender Historiker abdecken muss. Im folgenden seht ihr den Themenplan der Uni Mannheim.

Geht dafür auf den folgenden Link:

http://www.uni-mannheim.de/ionas/n/uni/studienbueros/pruefungen/pruefungsordungen_alt/po_bachelor_of_arts_science/f_fa_geschichte_2011/po_ba_geisteswi_facher_fa_geschichte_2011.pdf



Die Seiten 5-7 zeigen euch die vorgeschriebenen Module des Studiums.

Fragen sind jederzeit erwünscht.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Erster Post

Damit ist mein erster Post zum Thema Exilanten online. Die folgenden Posts werden sich mit anderen Themen beschäftigen, die fernab der normalen Literatur nicht so leicht zu finden sein werden. Ich hoffe ihr habt Spaß am lesen und ich freue mich über Kommentare von euch.

Juden in Shanghai

Einleitung


Unter dem Thema " Exil " stellen sich die meisten Menschen, sofern sie schon einmal etwas davon gehört haben, Amerika, Frankreich oder England vor. Die Jahre zwischen 1933 und 1939 stellen hierbei wiederum den Zeitraum dar, unter dem die meisten Menschen den Begriff Exile einordnen können. Dabei wird an die Vertreibung von Juden gedacht, die mit Schiffen von Hamburg nach Amerika oder England, oder mit dem Zug nach Frankreich flohen, kaum etwas Wertvolles dabei, nur mit dem Notwendigsten am Körper. Würde man Passanten auf offener Straße fragen, ob sie jemals von einem Exil in Shanghai gehört haben, würde man sicherlich meistens Kopfschütteln erhalten. Es ist aber keinesfalls verwunderlich, solche Reaktionen zu bekommen. So stellt das Thema: "Exil Shanghai" eines der jüngsten Forschungsfelder der Exilforschung dar. Erst 1997 wurde, anlässlich des 50 Jahrestages der Rückkehr von 295 NS-Flüchtlingen aus China, ein Symposium in Berlin abgehalten, was erstmals eine größere Öffentlichkeit über die Existenz eines Exils in Shanghai informierte. Seitdem wurde ein großes Kontaktnetzwerk zwischen ehemaligen Exilanten angelegt und in großen Bemühungen Zeitzeugenberichte, Fotos und Dokumente zusammengetragen. Bis heute sind viele Bücher und Berichte noch nicht aus dem Englischen übersetzt worden und es wird stetig neues Wissen zu dem außerordentlich interessanten Thema " Exil Shanghai " zusammengetragen. Daher besteht die Schwierigkeit beim Verfassen dieses Blogs nicht an der Substanz selbst, sondern vielmehr an der Zugänglichkeit zu diesem Thema, da es aufgrund seiner geringen Popularität schwierig ist, an geeignete Literatur zu gelangen. Außerordentlich ernüchternd ist ebenfalls die Erkenntnis, dass die meisten Bücher, die sich mit diesem Thema befassen, die gleichen Informationen über dieses Thema teilen. Ein Zugriff auf dieselben Quellen erschwert daher meine Forschung , was sich in der Informations-Darbietung in diesem Blog niederschlägt.
Was macht jedoch das Exil Shanghai so interessant? Es ist nicht das Exil des politischen Widerstandes gegen das NS-Regime, es war auch kein Exil in dem besondere Exilliteratur geboren wurde und auch kein Exil der Wissenschaft. Wer etwas dergleichen in Shanghai zu finden hofft, wird enttäuscht. Shanghai war vielmehr ein Exil der kleinen Leute, diejenigen die bis zuletzt in Deutschland ausharrten und schließlich doch verarmt, ausgeraubt und erniedrigt fliehen mussten. Es war für die Flüchtlinge keinesfalls eine leichte Entscheidung nach Shanghai zu fliehen, vielmehr war es der letzte und oft auch bittere Anker vor dem Gang in ein KZ. Schließlich hatte Shanghai bei den Leuten, die davon schon einmal gehört hatten, einen sehr schlechten Ruf. Bekannt war Shanghai bisweilen vor allem durch seine Funktion als Umschlagplatz für Opium, sowie für seine Kriminalität und Prostitution. Dieser Blog soll den Begriff " Exil der kleinen Leute " genauer untersuchen und zeigen, ob und inwieweit man diesen Begriff nutzen darf. Um einen Einblick in die Emigration nach Shanghai zu schaffen, werde ich die wichtigsten Berufssparten aufzeigen. Den Schluss meines Blogs stellt eine Analyse der größten Berufssparten in Shanghai sowie eine Abschlussdiskussion dar.

Aufbruch nach Shanghai


Die circa 17.000 jüdischen Flüchtlinge, die sich erst nach der " Reichskristallnacht " 1938 aus den deutschsprachigen Räumen aufmachten, um dem nationalsozialistischen Terror und dem sicheren Tod in einem der vielen KZs zu entkommen, waren, anders als die vielen jüdischen Flüchtlinge von 1933, verarmte und unerwünschte Individuen. Es waren Vertriebene, die von Europa verlassen, ihren langen Weg nach Shanghai mit einem Koffer voll ihrer wenigen Habe beschreiten mussten. Es mag sich einfach anhören, eine Fahrt nach Shanghai zu unternehmen und die entsprechende Überfahrt zu buchen. Dies war aber keinesfalls so einfach. Durch die " Arisierung " des Besitzes von jüdischen Familien war es den wenigsten möglich, eine Schifffahrt mit den verbundenen Kosten von ca. 550 Reichsmark, und die nötigen 400 US-Dollar als Vermögensnachweis für die Shanghaier-Behörden zu organisieren. Zwar gab es neben der Schifffahrt auch die Möglichkeit, mit der Transsibirischen Eisenbahn durch die Sowjetunion nach Mandschukuo und von dort aus mit dem Schiff nach Shanghai zu fahren, jedoch war diese Reise bei weitem nicht so komfortabel wie mit dem Schiff. Ein Beweis hierfür stellen die Reiseregeln der Sowjetunion für Passagiere der Transsibirischen Eisenbahn dar:

" DURCHREISE-ESTIMMUNGEN durch die Union der Sozialistischen Sowjet-Republik.
1. Reisende, die auf Grund von Transit-Sichtvermerken durch die U.d.S.S.R. reisen, sind im allgemeinen nicht berechtigt die Reise zu unterbrechen
2. Die Unterbrechung der Reise ist nur in Fällen von Natur-Katastrophen, [...] und Erkrankungen [...] zugelassen [...]
7. Ausländer, die Durchreise-Bestimmungen verletzen, werden nach allgemein gültigen Bestimmungen zur Verantwortung gezogen "1

Die Überfahrt war somit einem Arrest gleichzusetzen, die neben der monotonen Reise auch noch unangenehme Kontrollen beinhaltete. Schaut man auf die Flüchtlinge, die sich bereits 1933, also vor den Nürnberger Rassengesetzen, aufmachten, so stellt man fest, dass es vor allem religiöse und politische Flüchtlinge waren, die mehr aus Trotz ( um ihren politischen Kampf gegen den Nationalsozialismus im Exil fortzuführen ) oder aus dem Verlangen ihre Arbeit wieder im Exil aufnehmen zu können ( Universitätsprofessoren, Ärzte und Anwälte ), aus Deutschland flohen. Dass das jüdische Leben in Deutschland bereits 1933 völlig unmöglich geworden war, war den meisten Juden nicht bewusst oder sie wollten es nicht wahrhaben. Diejenigen, die erst 1939 den Entschluss fassen mussten, aus Deutschland zu fliehen oder in einem der KZs gefangengehalten zu werden/ bleiben, waren Menschen, die bis zuletzt in Deutschland ausharrten, weil sie kein Geld hatten in eines der Exile zu fliehen oder nicht die entsprechenden Kontakte besaßen, ein benötigtes Visum zu erhalten. Die volle Tragweite des Entschlusses, nach Asien zu fliehen, kann erst dann erkannt werden, wenn man versteht, dass ihnen als Staatenlose ( ab 1941 mit in Kraft treten der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz, was den Juden ihre Staatsbürgerschaft aberkannte ) die Türen in Europa versperrt wurden. Kein Land wollte diese mittellosen Flüchtlinge aufnehmen und so blieb ihnen keine andere Möglichkeit, ihr Glück in Shanghai zu suchen.
" Wo war denn Shanghai, wie kam man dorthin, was musste man mitnehmen? Was durfte man mitnehmen? " 2 Um überhaupt zu wissen, wo man hinreisen musste, wurde sicherlich nicht selten der Schulatlas der Kinder hervorgeholt und darin nach Shanghai gesucht. Selbst auf dem Papier scheint Shanghai außerhalb des Erreichbaren zu liegen, speziell wenn man auf ein Schiff angewiesen war, um die lange Passage zu schaffen. Nimmt man heutzutage selbst einen Atlas zur Hand und vergleicht die Strecke zwischen Berlin und Shanghai, so kommt man auf eine Distanz von 8400 Kilometern, die mit einem Ausreisekapital von 10 Reichsmark pro Person nur durch entsprechende Zuschüsse aus Hilfsorganisationen bezahlt werden konnte. Nachdem eine jüdische Familie die nötigen Tickets für eine Passage nach Shanghai hatte, begann ihre vier Wochen andauernde Fahrt, von Genua und Triest mit der " Llyod-Triestino-Linie "3 aus, nach Shanghai in eine ungewisse Zukunft und ein unbekanntes Land. Viele jüdische Familien mussten auf Karten erster Klasse zurückgreifen, da günstigere Tickets bereits verkauft waren. Entsprechend komfortabel gestaltete sich die Überfahrt nach Shanghai und einige bekamen den Eindruck, mehr auf einer Urlaubsreise als auf der Flucht zu sein. Einzig das Verbot bei Zwischenstopps, an Land gehen zu dürfen, rief die Erinnerung an die Gründe für ihre Flucht wieder in ihr Gedächtnis. So kamen sie, ihrem Recht genommen, sich Deutsche nennen zu dürfen, in Shanghais Hafen an. Die Berichte von Zeitzeugen sind nahezu alle gleich, wenn sie von ihren ersten Eindrücken bei der Einfahrt in den Hafen von Shanghai berichten. Keiner von ihnen hatte mit dem Gestank und dem Elend, der sie als Exilanten begrüßte, gerechnet.

Shanghai, die " Stadt über dem Meer "


Als Hafenstadt war Shanghai schon seit Mitte des 19 Jh. bei den Briten ein begehrtes Ziel, um ihren Einfluss auf den chinesischen Handel auszudehnen. Genau wie bei der aufgezwungenen Öffnung Japans durch die Europäer, wurde auch bei den Chinesen eine " Kanonenbootpolitik " angewendet, die ihren Höhepunkt im ersten " Opiumkrieg " ( 1839 - 1842 ) fand. Im anschließenden Vertrag von Nanking ( 29. August 1842 ) wurde China gezwungen, Hongkong an England abzutreten und fünf Häfen, darunter auch Shanghai, für den Welthandel zu öffnen. Mit dem Zuzug von Europäern und Russen, veränderte sich das Stadtbild Shanghais in den folgenden Jahrzehnten zunehmend und nahm nach und nach europäische Züge an. Somit war und ist Shanghai eine Stadt mit vielen Gesichtern. Fabriken, Theater, Kirchen, Galerien, kleine Handwerksbetriebe und Bordelle prägten das Stadtbild. Es war eine Stadt der Gegensätze, in der sich die Reichen den Genüssen des Westens und Ostens hingaben, Opern besuchten und in teuren Restaurants zu essen pflegten, in der aber auch Menschen auf offener Straße verhungerten, ermordet oder von Krankheiten dahingerafft wurden. " Die jüdischen Flüchtlinge, die seit 1938 kamen, fühlten sich als Ausgestoßene, am Ende der sozialen Stufenleiter. "4 Diejenigen Familien, die keine Freunde oder Familienangehörige in Shanghai hatten und sich ebenfalls keine Wohnung außerhalb Hongkous leisten konnten, mussten sich auf die Unterstützung der Hilfsorganisationen verlassen. Trotz der miserablen Situation in dem von den Japanern kontrollierten Distrikt Hongkou, darf man sich nicht davon täuschen lassen, dass es den dort lebenden Juden besser ging als den chinesischen Bewohnern des Distrikts. Hongkou war im Vergleich zu den internationalen Siedlungen und der " französischen Konzession ", ein verschmutztes und eng besiedeltes Gebiet, doch blieb den meisten Neuankömmlingen, die es sich nicht leisten konnten, in einem der beiden anderen Distrikten zu wohnen, nichts anderes übrig als sich dort eine Unterkunft zu suchen. In der " französischen Konzession " lebten 1930 ca. 434.885 Chinesen und 36.471 Ausländer, im " International Settlement " 971.397 Chinesen und 36.471 Ausländer. Die meisten Neuankömmlinge konnten den Verlust der Heimat und das Elend, in dem sie sich befanden, nicht begreifen, viele verschlossen die Augen, verzweifelten oder im besten Falle fingen sie in der fremden Heimat ein neues Leben an. Nichtsdestotrotz glaubten sie fast alle, dass der Krieg schon bald vorbei sein würde und man danach wieder nach Hause oder nach Amerika oder Israel reisen könnte. " Man ließ die Koffer halb gepackt."5
Nachdem die Exilanten die ersten Eindrücke verarbeitet hatten, wurden diejenigen, die keinerlei Bekannte oder Geld hatten, auf Laster geladen und in eines der sechs Flüchtlingslager gebracht. Für die Lagerordnung wurde jedem Flüchtling ein Merkblatt überreicht, welches das Zusammenleben und Überleben in Shanghai regeln sollte ( siehe Anlage 1. ). Jeder Neuankömmling erhielt von den Hilfsorganisationen eine Decke, ein Laken sowie Essbesteck. Für die Heimordnung war eine strikte Trennung zwischen Männern und Frauen vorgesehen, nur in Ausnahmefällen durften Familien zusammenleben. Von den erwähnten Hilfsorganisationen soll eine der ältesten Organisationen kurz erwähnt werden. Die HIAS6 ( = Hebrew Immigrant Aid Society ) gehörte zu den ältesten Hilfsorganisationen, die bereits 1922 in Harbin gegründet wurde. Für die Emigranten gab die Organisation Schecks bis zu 150 Dollar heraus, die später zurückgezahlt werden mussten, um den Emigranten eine Existenzgründung zu ermöglichen. Mit den steigenden Flüchtlingszahlen ab 1938 wurden vermehrt neue Organisationen gegründet, um der Schwemme an Exilanten Herr zu werden. Anhand der CD-ROM die im Buch Exil Shanghai beigelegt ist, wird für das Jahr 1944 eine Zahl von 14. 146 Personen genannt, die in dem von Japanern Kontrollierten Ghetto lebten.
Auch wenn die jüdischen Familien fernab der Heimat ein neues Leben begannen, so fanden sie schon kurz nach ihrer Ankunft Vertrautes vor. Soziale, kulturelle und religiöse Gewohnheiten konnten ohne Umstände in den Straßen Hongkous aufgenommen werden.

" Es gab eine vereinigte Gemeinde mit Gottesdiensten verschiedener Richtungen, eine deutschsprachige Presse mit drei Tageszeitungen [...]. Darüber hinaus existierten zwei Grundschulen, Berufs- und Erwachsenenbildungsseminare und sogar eine Tanzschule. "7

Diejenigen Viertel in den vorrangig europäische Juden lebten, wurden durch ihren kulturellen Einfluss von den Bewohner auch " klein Berlin " oder " little Vienna " genannt. Selbst mit dem Angriff auf Pearl Habor blieb das kulturelle Leben in Shanghai fast durchweg erhalten.

Lebenssituation der Emigranten in Shanghai


Den größten Kampf und die meisten Schwierigkeiten stellte die klimatische und hygienische Situation in Shanghai dar. Egon Moshe Kornblum, der bis 1948 in China lebte, schreibt hierzu folgendes:

" Am 29. März 1939 betrat ich das Schiff im italienischen Genua. Knapp vier Wochen später, am 25. April, kam ich in China an. Wir wurden in Camps untergebracht, wurden dort verpflegt und bekamen auch medizinische Betreuung. Das war in Shanghai sehr wichtig, da dort sehr viele Krankheiten verbreitet waren, angefangen bei Amöbenruhr, Fleckentyphus, Bauchtyphus bis hin zur Malaria. "8

Krankheiten die in Europa als ausgerottet galten oder gänzlich unbekannt waren, wurden für die Exilanten in den Straßen Shanghais oft zum Verhängnis. Wenige Wohnungen verfügten über einen Wasseranschluss, somit gab es in den meisten Wohnungen daher auch keine sanitären Einrichtungen. Zwar gab es Wasserpumpen, zu denen jeder Bewohner Zugang hatte, doch das Wasser, das man so bekam, musste mit Vorsicht genossen werden. Der Huangpu stellte die Wasserversorgung für die Stadt sicher. Sein Wasser wurde in einem Klärwerk zwar gereinigt, kam jedoch häufig mit Kloakenwasser in Berührung. Egal ob man nun das Wasser aus dem Huangpu oder von einem chinesischen Wasserhändler nahm, der vermutlich sein Wasser ebenfalls aus dem Huangpu bekam, es musste trotzdem immer abgekocht werden. Um ihre Notdurft nicht wie viele Chinesen auf offener Straße verrichten zu müssen, gab es in den Häusern Gemeinschaftstoiletten die aber mehr einem einfachen Plumpsklo glichen, oder sie mussten einen " Honigeimer "9 nutzen, dessen " Nachterde "10 am Morgen von einem chinesischen Kübelmann abgeholt und weiterverkauft wurde. Hinzu kamen die extremen klimatischen Bedingungen, die viele Europäer an die Grenzen ihrer Kraft brachten. Die durchschnittliche Temperatur in Shanghai betrug zwischen -19,6 °C im Dezember bis hin zu 40,4 °C im Juli11. Vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit entzog den " Neuankömmlingen " die Kraft aus ihren Körpern und ließ sie während des Mittags schlapp werden und am Abend nicht einschlafen. Personen mit Herz-Kreislauf schwächen mussten während den Sommermonaten besonders leiden, und wer nicht aufpasste und leichtfertig handelte, starb an Hitzeschlag.
Peter Konicki, ein Shanghailänder, berichtet folgendes über seine klimatischen Erfahrungen im Sommer und im Winter :

" Das Klima ist ja subtropisch in Shanghai und die Hygiene minimal. [...] Das Moskitonetz war nicht praktikabel, darunter konnte man nicht atmen, das war dann so heiß, daß man lieber Moskitostiche in Kauf nahm, um Luft zu bekommen. [...] Winter 1943. Grimmige Kälte. [...] Am Türeingang des Lokals ( gemeint ist hier das Lokal gegenüber seines Zimmers ) hing, wie das heute noch üblich ist, zum Schutz vor der Kälte ein grüner Filzvorhang. Den durfte ich mir nachts, [...], als Zudecke mitnehmen. "12
Auf Druck Nazi-Deutschlands führten die verbündeten Japaner am 18. Februar 1943 Kontroll- und Zwangsmaßnahmen für die jüdische Bevölkerung Shanghais ein. Für die " Neuankömmlinge "13 ( als Juden wurden sie niemals bezeichnet ) wurde eine sogenannte " Designated Area " eingerichtet, was aber nur eine beschönigende Umschreibung für ein Ghetto war. Schließlich mussten die " staatenlosen Flüchtlinge " ihre Arbeit und Wohnung aufgeben und in das ca. 15.000 m² große Ghetto umziehen ( siehe Anlage 2. ), das bereits 100.000 Chinesen bewohnten. Es gab zwar im Vergleich zu Deutschland keine Mauern oder Stacheldraht, welche das Areal eingrenzten, jedoch Identitätskarten mit gelben Streifen sowie Kontrollpunkte. Um die " Designated Area verlassen zu dürfen, musste eine entsprechende Arbeit außerhalb des Ghettos nachgewiesen werden. Zu den entsprechenden Sperrstunden mussten sich alle Bewohner des Ghettos wieder im Areal eingefunden haben. Die Kontrollpunkte wurden nicht, wie zu erwarten, von Japanern sondern von Emigranten geleitet. Diese " baojia "14 waren mit Trillerpfeifen, Armbinden sowie Schlagstöcken ausgerüstet und in drei Kategorien der Mitgliedschaft eingeteilt:

  1. Pflichtbeitritt für gesunde, junge Männer.
  2. Alte und Nichtgesunde [sic!] hatten monatlich Pflichtbeiträge zu zahlen.
  3. Die freiwillige Mitgliedschaft.15

Dass diese Zusammenarbeit mit den Japanern von den anderen Ghettobewohner als Verrat an ihnen angesehen wurde, war verständlich. Man verachtete diese Kollaborateure, die der japanischen Sache ohne Widerstand gedient hatten, nur um einige wenige Vergünstigungen zu erhalten. Ein kleiner Abriss zu diesem kurzen Abschnitt des Shanghaier Ghettos sei erlaubt: Es mag verwundern, aber der Arm Nazideutschlands reichte ebenfalls bis nach Shanghai. Neben den Ortsgruppen, die sich bereits kurz nach Hitlers Machtübernahme gebildet hatten, wurde auch die Gestapo nach Shanghai gesandt, um mit den japanischen Verbündeten über die Judenfrage zu beratschlagen. Die Gesandten aus Deutschland legten Vorschläge vor, wie mit den Juden zu verfahren sei. Unter anderem wurde vorgeschlagen, die Juden auf fahruntüchtige Schiffe zu bringen die dann auf dem Meer versenkt werden sollten. Es gab ebenfalls Pläne für Konzentrationslager nach deutschem Vorbild mit Gaskammern, die auf den Inseln vor Shanghai gebaut werden sollten. Glücklicherweise war den Japanern solch eine Behandlung der " Neuankömmlinge " zuwider, und man verwarf die Pläne. Der schwerste Tag für die Exilanten war der " Schwarze Freitag der Emigration " 16, als am 17. Juli 1945 das Ghetto von amerikanischen Bombern getroffen wurde. Bei diesem Angriff starben 4000 Menschen, 250 wurden verletzt und 700 verloren ihr Haus 17, Am folgenden Tag wurde das Ghetto offiziell von den Amerikaner befreit.

Exil der kleinen Leute? Analyse des Begriffs anhand von Exilanten Schicksale


" Exil der kleinen Leute ", der Begriff für sich ist äußerst schwammig und benötigt daher eine Interpretation seiner Bedeutung. Wenn man die Worte klein und Leute nun auslegen soll, ergeben sich verschiedene Perspektiven, wie man diesen Begriff in der Exilforschung einordnen kann.
Unter " kleine Leute " kann man diejenige Sparte von Menschen verstehen, die man zu einer niedrigen sozialen Schicht einordnen kann. Menschen, die eine einfache Schulbildung genossen haben und ebenso einen einfachen Abschluss haben. Wenn man so sagen kann, das einfache Bürgertum, zu denen man Bäcker, Händler, Handwerker, Verkäufer und Kellner zählen kann. Keinesfalls soll dies eine Abwertung sein, es trifft jedoch den Kern der Vermutung, dass gerade diese einfachen Menschen sich erst spät zu einer Flucht aus Deutschland entschieden haben, da sie keinerlei Kontakte ins Ausland besaßen und über bescheidene finanzielle Mittel verfügten, schon vor der Enteignung durch die Nazis. Es mag eine gute Idee sein, solch eine Perspektive für die Exilanten zu wählen, trifft sie doch teilweise auch zu. Schaut man jedoch auf die Berufsfelder, die sich in Shanghai ansiedelten, so merkt man, dass sich ebenfalls Akademiker wie Ärzte in Shanghai niederließen, die eigentlich, so könnte man meinen, das nötige Geld für ein europäischeres Exil besaßen. Darum soll eine zweite mögliche Perspektive auf den Begriff vorgestellt werden. Wenn man vom " Exil der kleinen Leute " spricht, so muss es doch auch ein " Exil der großen Leute " geben. Groß im Sinne von wichtigen Persönlichkeiten, die im Exil als Wissenschaftler wichtige Forschungsfelder untersuchten, als Literaten großartige Bücher schrieben oder als Widerstandskämpfer gegen den NS-Staat kämpften. Beide Perspektiven sollten daher für das Verstehen des Themas " Exil der kleinen Leute ". Shanghai war niemals der Ort an dem wissenschaftliche Durchbrüche oder große Exilliteratur entstanden. Shanghai war aber auch niemals der Ort, an dem sich ein einfaches Leben leben ließ.
Doch wer waren nun diese Menschen, die fernab ihrer Heimat in Shanghai zu überleben versuchten? Das Spektrum derer, die flohen, reicht von Akademikern bis hin zu einfachen Handwerkern oder sogar Flüchtlingen, die keinerlei Ausbildung besaßen.

Handwerker:


Heinz Kronheim, Sohn eines jüdischen Uhrmachers, der 1939 mit seiner Familie nach Shanghai floh, stammte aus einer alteingesessenen jüdischen Uhrmacher Familie in der Nähe von Königsberg. Nach den Nürnberger Rassengesetzen musste sein Vater die kleine Familienwerkstatt schließen, Heinz selber wurde 1938 nach Buchenwald verschleppt und kam nur unter der Anordnung frei, " ... als unerwünschter Nichtarier das Deutsche Reich innerhalb kürzester Zeit zu verlassen. " 18 Wie ihm ging es vielen Juden, die sich nur durch eine Abreise in ein anderes Land vor dem Tod in einem der KZs retten konnten. Zu seinem Abschied wurde ihm von seinem Vater dessen Uhrenwerkzeug überlassen, das Kronheim bis nach Shanghai schmuggelte. Kronheim hielt sich die erste Zeit mit Gelegenheitsarbeit über Wasser und brachte so seine Familie mehr schlecht als recht durch den Shanghaier-Alltag. Seinen eigentlichen Beruf als Uhrmacher konnte er für mehr als ein halbes Jahr nicht ausführen, bis auf ein paar Aushilfen in einem chinesischen Uhrengeschäft. Schließlich schaffte es Kronheim mehr durch Zufall und Glück, ein kleines Geschäft aufzubauen, das der Familie einen gewissen Wohlstand im Vergleich zu den anderen Flüchtlingen, einbrachte. Kleider und Schuhe konnten gekauft werden und selbst etwas Geld zum Sparen blieb übrig. Kronheims schafften es gemeinsam, durch diese Zeit hindurch zukommen, bis sie 1945 nach Israel auswanderten und Shanghai als Erinnerung zurückließen.
Gegründete Geschäfte waren anfangs hauptsächlich auf die eigenen Mitexilanten ausgerichtet, doch mit der Zeit wurde die Arbeit der Exilanten auch in den Settlements bekannt und man baute Geschäftsbeziehungen selbst zu reichen Chinesen auf, die anfangs skeptisch gegenüber der ausländischen Ware waren. Exilanten die es zu größeren Betrieben gebracht hatten, wie Webereien und Färbereien, belieferten vom lokalen Schneider bis hin zu Firmen in Südamerika. Die Spannbreite der Gewerbe war äußerst vielseitig. Alles was man einmal in der alten Heimat gelernt hatte, ob es von der Mutter das Nähen oder vom Vater das Kerzenziehen war, wurde für das heimische Gewerbe genutzt. So wurde in den Heimbetrieben unter anderem Mottenpulver, Schuhpasta oder Schuhcreme hergestellt.19

Ärzte:


Ein anderes Beispiel eines Exilanten-Schicksales ist der Arzt Dr. Max Mohr, der am 17. Oktober 1891 in Würzburg geboren wurde und nach seiner Schulzeit in München Medizin studierte. In Deutschland arbeitete Mohr nicht als Arzt, diese Tätigkeit nahm er erst im Laufe seines Aufenthalts in Shanghai auf, sondern er schrieb Romane und Theaterstücke. Mit seiner Komödie: " Improvisationen im Juni " 20 erreichte er seinen ersten Erfolg, aber kein Geld. Am 8. November 1934 reiste Mohr auf dem Schiff " Saarbrücken " nach Shanghai. Ob er dabei dem Nazi-Terror entkommen wollte, ist nicht bekannt. Jedoch schrieb er in einem Brief, dass er aus diesem " Scheiß- und Nebelland "21 heraus wollte. Interessant ist an seiner Geschichte die Tatsache, dass er als praktizierender Arzt in Shanghai jedem Kollegen, der ihn aus Deutschland anschrieb, davon abriet, nach Shanghai zu kommen. Auf die Bitte einer ärztlichen Organisation aus Deutschland, die Situation jüdischer Ärzte in Shanghai zu schildern, antwortete Mohr in einem Schreiben im Jahr 1935 folgendes:

" Insgesamt sind in den letzten zwei Jahren 17 jüdische Ärzte und 2 Zahnärzte aus Deutschland nach Shanghai gekommen [...], außerdem vier nichtarische Ärzte sowie ein arischer Arzt [...]. In dieser Zeit sind außerdem eine ganze Reihe anderer Ärzte nach Shanghai gekommen, darunter zwei ungarisch-jüdische Ärzte [...]. Ferner besteht seit einigen Jahren ein starker Zuzug von russischen Ärzten [...]. " 22
Die wenigsten dieser zugezogenen Ärzte besaßen eine eigene Praxis oder mussten sich gleich mit mehreren Ärzten eine Praxis teilen. Mit ihren Behandlungen lebten die Ärzte in Shanghai mehr schlecht als recht, da viele der Patienten nicht zahlen konnten oder wollten. Zur Eintreibung der Gebühren mussten viele praktizierende Ärzte auf sogenannte " Schroff "23 zurückgreifen. Ein Schroff war ein Eintreiber, der gegen gewissen Prozente der Gebühren zu den Leuten ging und das Geld eintrieb. Es mag verwundern, dass Ärzte in Shanghai es schwer hatten, wurde die riesige Stadt doch regelmäßig von Epidemien heimgesucht, geschweige denn von den alltäglichen Erkrankungen durch das feucht-warme Klima, das vor allem den Europäern zusetzte. Eine Erklärung für dieses Problem mag sein, dass neben dem Problem mit den Arztgebühren die kulturelle Einstellung der Patienten hier im Wege stand. Chinesische Patienten gingen vorrangig zu chinesischen Ärzten. Ebenso verhielt es sich mit den jüdischen oder russischen Exilanten. Jeder ging zu dem Arzt, mit dem er sich in seiner Muttersprache unterhalten konnte. und Mit dem Japanisch-Chinesischen Krieg verschlechterte sich die Situation auch für die Ärzte und es musste auf die Arbeit in Lazaretten umgestiegen werden. Eine ungemein schwere Arbeit, da viele Ärzte allgemein praktizierend waren und kaum Erfahrung im Behandeln von Kriegsverwundungen besaßen. In Hongkou gab es 1939 ein Krankenhaus, eine Ambulanz, eine Apotheke sowie eine Entbindungsstation, neben denen natürlich auch kleinere Arztbetriebe bestanden.

Kunst:


Exilanten die nach Shanghai kamen, viele von ihnen kamen direkt aus Dachau, waren zutiefst verstörte Individuen, die entwurzelt in ein völlig fremdes Land geworfen wurden. Somit konstruierten sich die Exilanten in Shanghai eine eigene Realität, die ihrer ursprünglichen Heimat glich oder zumindest ein Annäherung an diese sein sollte. Man versuchte das kulturelle Leben wieder aufzubauen, neu zu begründen. Theater und Kunst waren somit Berufsfelder in Shanghai, in denen sich ca. 200 Kulturschaffende 24 einfanden. Kaum einer von ihnen hatte einen bekannten Namen und die Arbeit im Theater oder der Oper reichte oft nicht aus, um zu überleben. Shanghai war trotzdem die Geburtsstätte einiger Theaterstücke, die von Exilanten während ihres Aufenthaltes geschrieben und aufgeführt wurden, aber niemals internationale Bekanntheit erhielten.
Einer der bedeutendsten Künstler Shanghais war David Ludwig Bloch, der 1910 im ober-pfälzischen Floß geboren wurde. Durch eine Hirnhautentzündung wurde Bloch taub und besuchte von 1923 bis 1925 eine Schule für Gehörlose in Jena, in der er seine Liebe zur Malerei fand. Bis 1938 studierte er in München an der " Staatlichen Akademie für angewandte Kunst "25, ehe ihm das weitere Studium aufgrund seiner jüdischen Abstammung verboten wurde. Schließlich wurde er vier Wochen lang in Dachau inhaftiert, bevor er durch die Unterstützung seines Bruders, der ihm ein Ticket nach Shanghai gekauft hatte, aus Deutschland floh. Zu seinen Arbeiten gehörten Zeichnungen des Shanghaier Stadtlebens mit seinen hellen und Schattenseiten. Vor allem das unwürdige Leben der Rikscha-Fahrer beeindruckte ihn sehr. Seine Zyklen " Ying Yang, Chinese Children " und " Beggars " 26erschienen nur in sehr geringer Stückzahl und sind heute nur in einigen wenigen Bibliotheken vorhanden. In Shanghai selber kann man sie nicht kaufen. Erst 1949 emigrierte Bloch aus Shanghai und verstarb 2002 in den USA.

Theater:


Gerhard Gerechter fasst die Bedeutung des kulturellen Lebens folgendermaßen zusammen: " Die Bedeutung des geistigen und künstlerischen Lebens trug wesentlich dazu bei, den Willen zum Ausharren zu bestärken [...] und das die Verzweiflung nicht um sich griff ist ein wesentlicher Verdienst dieser Künstler. "27
Die wichtigste Person des Exiltheaters, die " graue Eminenz "28 des Shanghaier Theaters , war Alfred Dreifuß ( 1902 - 1993 ) der einen großen Teil zum Aufbau des kulturellen Lebens in Shanghai beigetragen hat. Als Literat, Dramaturg, Regisseur und Journalist war er als Multifunktionalist bemüht, antifaschistisch auf der Bühne zu arbeiten. Seine Flucht nach Shanghai betrat er, nachdem er zwei Jahre in Gefängnissen und KZs inhaftiert wurde, wegen der Mitarbeit an einer kommunistischen Zeitung. Dreifußen`s Arbeiten als Theaterregisseur umfassten neben leichten Komödien wie " Gesellschaft " von John Galsworthy, auch schwere Aufführungen wie " Nathan der Weise " von Lessing. Ein großes Problem für Dreifuß Theaterstücke aufzuführen, war neben dem Fehlen geeigneter Theater ( man musste auf Schulen oder Kinos ausweichen ) auch das Problem der Beschaffung geeigneter Theaterstücke. Das Fehlen von Theaterstücken mag auch nicht überraschend sein, da bei der Flucht aus Deutschland sicherlich keiner der Exilanten daran gedacht hatte, seinen Koffer mit Theaterstücken vollzustopfen. Dreifuß legte seine Arbeit als Regisseur ab, nachdem er wiederholt schlechte Kritiken zur Wahl seiner Stücke erhalten hatte. Stattdessen organisierte er Konzerte, die bei den Zuschauern auf große Zustimmung trafen. Neben Konzerten gehörte die Oper zu den beliebtesten kulturellen Zeitvertreibungen für Exilanten. Die Kleinkunst wurde somit zum kulturellen Anker für viele Exilanten, die in ihrem Entwurzelungs-Prozess den Aufbau einer eigenen deutschen bzw. österreichischen Realität betrieben. Diese mimende Realität stellte nicht nur das Alte dar, sondern war auch eine Sphäre kreativen Schaffens und Hoffens.

Abschließende Diskussion über das " Exil der kleinen Leute "


Es ist keine einfache Aufgabe, das " Exil der kleinen Leute " zu begründen, fällt es doch schwer, mit den vorhandenen Informationen ein Bild darzustellen, das wissenschaftlich korrekt ist. Im Gegensatz zu der literarischen und politischen Prominenz, die sich schon früh aus Deutschland absetzen konnte, waren die " kleinen Leute ", als sie kein Geld und keine Staatsbürgerschaft mehr hatten, auch in den Ländern ( England, Argentinien, Amerika ) auf die sie hofften, nicht mehr willkommen.29
Shanghai war kein literarisches Exil, in dem Lion Feuchtwanger zusammen mit Thomas Mann unter Palmen Tee zu sich nahm. Das Leben der Dichtergötter im Exil Amerika kommt einem Paralleluniversum gleich, wenn man den Überlebenskampf der Exilanten in Shanghai dem gegenüberstellt. Shanghai war der allerletzte Fluchtpunkt vor dem Hitler-Regime. Man hatte ausgeharrt und gehofft, doch schließlich mussten man alles daran setzen, doch noch zu entkommen. Jüdische Handwerker stammten meist aus Wien, unter ihnen befanden sich Uhrmacher, Goldarbeiter, Schneider, Schuster, Fleischer, Automechaniker, Friseure, Putzmacherinnen und Schneiderinnen. Die wenigen Chemiker und Pharmazeuten, die sich nach Shanghai verirrt hatten, arbeiteten meist in chinesischen pharmazeutischen Fabriken. Die Committees versuchten durch Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung den Chemikern Arbeiten zu vermitteln. Der Beruf des kaufmännischen Angestellten stellte 1940, mit 2.30130 gemeldeten Personen, die größte Berufssparte in Shanghai dar. Die zweitgrößte Gruppe, sofern man sie dazu zählen kann, waren 535 gemeldete Arbeitslose. Die drittgrößte Gruppe waren Handelsvertreter mit 379 gemeldeten Personen. Insgesamt betrachtet, sind ein Großteil der aufgeführten Berufe in der Liste ( Siehe Anlage 3. )31 handwerkliche Berufe. Ärzte, Anwälte und Studenten stellten bei weitem den kleinsten Teil der Berufsfelder dar . Meist aus wohlhabenden Familien stammend und selbst mit einem entsprechenden Vermögen gesegnet, setzten sich eben jene, die zur Oberschicht gehörten, schon viel früher in bessere Exilländer ab. Somit blieb der harte Kern der Shanghailänder, Arbeiter aus der Mittel- und Unterschicht. Es war einfach nicht die Zeit und der Ort für große literarische Arbeit, abgesehen davon, dass die literarische Elite sich nicht nach Shanghai verirrt hatte. Theater und Kunst fanden zwar ihren Platz im Leben der Exilanten, trotzdem reichte die Arbeit im Theater als Schauspieler oder als Maler nicht aus, um zu überleben. Ein Zweiterwerb musste her. Das Theater hatte ohnehin Schwierigkeiten ein gewisses Niveau aufzubauen, um Stücke wie " Nathan der Weise " aufzuführen. Es fehlte an den nötigen Räumlichkeiten und Requisiten. Diejenigen Künstler, seien es Schauspieler oder Maler, die es in Shanghai zu einer gewissen Berühmtheit geschafft hatten, konnten nach der Ausreise aus Shanghai nach dem Krieg international nicht mehr an ihre Erfolge anknüpfen. Somit blieb der Mittelstand als größtes Feld übrig, in dem es einige zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatten. Shanghai war ebenfalls kein Ort der Wissenschaft. In keiner Quelle werden Forschungsinstitute erwähnt, in denen Exil-Wissenschaftler Arbeit hätten finden können. Wichtige deutsche Forscher waren ohnehin durch ihre wissenschaftlichen Kontakte ins Ausland schon früh von Amerikanern oder Engländern rekrutiert worden.
Somit kann Shanghai als " Exil der kleinen Leuten" bezeichnet werden und das in zweierlei Hinsicht. Shanghai war das Exil der Mittel- und Unterschicht sowie ein Exil das sich weder durch Wissenschaft, Literatur oder dem Kampf gegen den Faschismus hervorgetan hat. Trotzdem darf der Begriff nicht abwertend verstanden werden. Shanghai stellt, durch seine außergewöhnlichen Lebensgeschichten ein spannendes Themenfeld dar und sollte daher in der Exilforschung eine größere Aufmerksamkeit erhalten. Darüber hinaus, so muss man sagen, ist durch die sehr späte Forschungsaufnahme viel Material verloren gegangen. Ehemalige Shanghai-Exilanten waren schon 1997 in einem entsprechend hohen Alter und viele derer, die noch hätten interviewt werden können, sind mittlerweile verstorben. Somit ist die Exilforschung ein Kampf gegen die Zeit und eben jene späte Forschungsaufnahme führt dazu, dass Quellen versiegen und ihr Inhalt schwer rekonstruierbar bleibt.






Abbildungsverzeichnis


Anlage 1.


MERKBLATT.

Im Interesse der neuankommenden [sic!] Emigranten und der in Shanghai ansaessigen [sic!] Juden wird empfohlen, die nachstehenden Richtlinien genau zu beachten und zu befolgen. Andernfalls sind Fehler nicht zu vermeiden, die den Betreffenden und der Allgemeinheit sehr schaedlich [sic!] sein koennen [sic!].

1) Den Anordnungen der Helfer an den Schiffen ist unbedingt Folge zu leisten, da andernfalls eine geregelte Abwicklung der Landungs- und Zollformalitaeten [sic!]nicht moeglich [sic!] ist.
2) Jede Auskunftserteilung an fremde Personen, insbesondere an Reporter, Gruppenbildungen zwecks Presseaufnahmen und dergleichen sind verboten. Devisengeschaefte [sic!] mit Bordgeld sind gesetzlich strafbar.
3) Politische Gespräche sind strengstens Untersagt
4) Aus militaerischen [sic!] Gruenden [sic!] ist das fotografieren [sic!] in Hongkew verboten, das Tragen von fotografischen Apparaten ist zu unterlassen
5) Wohnungen koennen [sic!] nur auf Grund der vom Commitee ausgestellten Quartierscheine bezogen werden. Die Miete ist hoechstens [sic!] fuer [sic!] einen halben Monat im Vorraus zu bezahlen. Die Quartierzettel enthalten die erforderlichen Angaben.
6) Wohnungswechsel ohne Genehmigung und ohne Wissen der Committees sind unzulaessig [sic!], und hat gegebenenfalls Entzug der Unterstuetzung [sic!] zur Folge. Auch entstehen unnoetige [sic!] Mehrausgaben fuer [sic!] Gepaeckbefoerderung [sic!] und Verzoegern [sic!] in der Zustellung.
7) Die Gepaeckrevision [sic!] erfolgt unter Hilfelesitung von den dem Committee bekannten Spediteuren, die auch die Zustellung in das Haus bewerkstelligen. Die Firma, die bisher die Befoerderung [sic!] vorgenommen hat, ist " Oriental Express ". Die Kosten sind bei Uebergabe [sic!] des Gepaecks [sic!] zu entrichten.
8) Auffaelliges [sic!] Benehmen auf der Strasse, lautes Sprechen, das Herumlungern in Vorhallen in Hotels, und das Anschnorren von einzelnen Personen und Firmen ist unbedingt zu unterlassen. Wenn Firmen oder Privatpersonen aus Berufsgruenden [sic!] besucht werden sollen, stellt das Committee gegebenenfalls jederzeit Empfehlungschreiben aus. Das Betreten von Nachtlokalen, Bars, und die Beteiligung an Hasardspielen jeder Art, einschliesslich Spielapparaten ist verboten und hat die Entziehung der Unterstuetzung [sic!] zur Folge.
9) Sprechstunden finden an folgenden Tagen statt:
a) Relief Society for German and Austrian Jews ( Dr. Kurt Marx )
b) beim Internationalen Committee 190 Kiukiang Road ( Herr Paul Komor )
10) Die nach dem Meldegesetz vorgeschriebene Fragebogen sind von allen Neuankommenden auszufuellen [sic!] ( beim Internationalen Committee ). Weitere Anweisungn wegen der amtlichen Passkontrollen sind abzuwarten.
11) Die Teilnahme an den englischen Sparchkursen ist fuer [sic!] Unterstuetzungsempfaenger [sic!] Plicht.
12) Vor Taschendieben wird gewarnt. ( Handtaschen sorgfaeltig [sic!] tragen )

Wir wiederholen, [ dass ] diese Anweisungen, auch wenn sie in Form von Verboten gekleidet werden muessen [sic!] , im Interesse der Neuankommenden unvermeidbar und erforderlich sind. Zusammenarbeit zwischen den Committees und Neuankommenden macht die Durchfuehrung aller dieser Massnahmen leichter.
Relief Society for German and Austrian Jews, Internationales Committee,
Dr. K. Marx. Geschaeftsfuehrer [sic!] Paul Komor. Secretary
Schanghai, Januar 1939.









Quellenverzeichnis:


  1. CD-ROM, Exil Shanghai 1938 - 1947; Jüdisches Leben in der Emigration
  2. Lethbridge, H. J., All About Shanghai; A Standard Guidebook, Hong Kong 1983.
Literaturverzeichnis:

  1. Benz, Wolfgang ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute; Alltagserfahrungen deutscher Juden in der Emigration, München 1991.
  2. Buxbaum, Elisabeth, Transit Shanghai; Ein Leben im Exil, Wien 2008.
  3. Freyeisen, Astrid, Shanghai und die Politik des Dritten Reiches, Würzburg 2000.
  4. Jahn, Hajo ( Hrsg. ), Zwischen Theben und Shanghai; Jüdische Exilanten in China - Chinesische Exilanten in Europa, Köln 1998.
  5. Mühlberger, Sonja ( Hrsg. ), Exil Shanghai 1938 - 1947; Jüdisches Leben in der Emigration, Berlin 2000.
  6. Barzel, Amnon, Leben im Wartesaal Exil in Shanghai; 1938 - 1947, Berlin 1997.
  7. Kranzler, David H., Japanese, Nazis, [and] Jews the Jewish Refugee Community of Shanghai, 1938 - 1945, New York 1976.




















1Buxbaum, Elisabeth, Transit Shanghai; Ein Leben im Exil, Wien 2008, S. 22.
2Benz, Wolfgang ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute; Alltagserfahrungen deutscher Juden in der Emigration, München 1991, S. 110.
3Buxbaum, Transit Shanghai, S. 18.
4Benz, Wolfgang ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute; Alltagserfahrungen deutscher Juden in der Emigration, München 1991, S. 111.
5Wolfgang ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute, S. 112.
6Buxbaum,Transit Shanghai, S. 48.
7Jahn, Hajo ( Hrsg. ), Zwischen Theben und Shanghai; Jüdische Exilanten in China - Chinesische Exilanten in Europa, Köln 1998, S. 19.
8Hajo ( Hrsg. ), Zwischen Theben und Shanghai, S. 20.
9Buxbaum, Transit Shanghai; Ein Leben im Exil, S. 73.
10Buxbaum, Transit Shanghai, S. 73.
11Ebd., S. 63.
12Ebd., S. 65.
13Ebd., S. 9.
14Buxbaum, Transit Shanghai, S. 132.
15Ebd., S. 133.
16Ebd., S. 137.
17Freyeisen, Astrid, Shanghai und die Politik des Dritten Reiches, Würzburg 2000, S. 412.
18Benz ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute, S. 109.
19Buxbaum, Transit Shanghai, S. 80.
20Jahn, Hajo ( Hrsg. ), Zwischen Theben und Shanghai; Jüdische Exilanten in China - Chinesische Exilanten in Europa, Köln 1998, S. 68.
21Hajo ( Hrsg. ), Zwischen Theben und Shanghai, S. 71.
22Ebd., S. 73.
23Ebd., S. 79.
24 Buxbaum, Transit Shanghai, S. 140.
25Freyeisen, Shanghai und die Politik des Dritten Reiches, S. 415.
26 Buxbaum, Transit Shanghai, S. 108
27Freyeisen, Shanghai und die Politik des Dritten Reiches, S. 416.
28 Buxbaum, Transit Shanghai, S. 141.
29Benz ( Hg. ), Das Exil der kleinen Leute, S. 1.
30CD-ROM, Exil Shanghai 1938 - 1947; Jüdisches Leben in der Emigration, Bild 40.
31CD-ROM, Exil Shanghai 1938 - 1947; Jüdisches Leben in der Emigration, Bild 40 - 41.